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der Pflegeblog

Drogen? -Nein, nur Cannabis!

Mythen über die "weiche" Droge Cannabis TEIL 1

Als Krankenschwester in der Psychiatrie höre ich ständig die Verharmlosungen und das Schönreden der Droge Cannabis. Aber wenn diese Droge so ungefährlich und heilend ist, warum werden so viele Cannabiskonsumenten in die Psychiatrie eingewiesen? 


Cannabis hat keine Nebenwirkungen!

Ein Beispiel aus meinem Arbeitsalltag kann einen Einblick in dieses Thema verschaffen. 

Ein junger Mann, Mitte 20, kommt in Begleitung der Polizei und der Eltern auf die Station. Er sei im Vorfeld verwirrt durch die Straßen gelaufen, habe dann Autos beschädigt und auf die Polizeibeamten eingeschlagen. Der Patient wirkt verängstigt als er bei uns eintraf. Er schrie ständig: "Sie werden mich holen, treibt mir den Teufel aus!" Seine Eltern wurden gefragt ob er Drogen nehme, diese verneinten erst, meinten dann jedoch: NUR Cannabis. Er habe immer große Angst zu versagen, Sozialkontakte habe er kaum und in der Arbeit fällt es ihm schwer, seine Meinung zu sagen. Gründe für ihn Cannabis zu konsumieren. Als der Patient nach einigen Tagen wieder geordneter im Gespräch war, gab er an, in letzter Zeit sehr viel gekifft zu haben. Er sei gekündigt worden, da er kaum noch Motivation hatte und morgens nicht aus dem Bett kam. Der Patient schaffte es auch nicht, sich arbeitslos zu melden. Er hatte große Angst vor den Reaktionen der Menschen und blieb tagelang in seinem Zimmer. In letzter Zeit hatte er dann das Gefühl von Engeln verfolgt zu werden, diese wollten ihm den Teufel austreiben... 

Das Erleben nennt man "Drogeninduzierte Psychose" und zeichnet sich durch Verwirrtheit, Zerfahrenheit und Halluzinationen aus. Dieser Zustand kann wieder vergehen. Je nach Konsum und eigener Veranlagung kann es aber auch bleiben, dann spricht man von einer Schizophrenie. Zudem kann es nach langjährigen Cannabiskonsum zu einem Abbau der kognitiven Leistungsfähigkeit kommen. Leider wird Cannabis oft konsumiert um schwierige Situationen "besser" meistern zu können. Der schüchterne, ängstliche Mann kifft um lockerer zu werden, wird jedoch stattdessen unmotiviert und träge. Cannabis hilft somit nur kurzfristig und löst das eigentliche Problem nicht! 


Cannabis ist ungefährlicher als Alkohol!

Wie Dr. Kurosch Yazdi in seinem Buch "Die Cannabis Lüge" schreibt: Wollen Sie lieber Aids oder Ebola? Lieber blind oder eine Querschnittslähmung? Genauso absurd ist die Frage, ob Cannabis ungefährlicher sei als Alkohol. Lieber den ganzen Tag besoffen oder stoned? Leberzirrhose oder Schizophrenie?  

Wie bereits beschrieben hat Cannabis, sowie Alkohol und andere Drogen Nebenwirkungen und Folgen für die Gesundheit. Für viele Menschen ist Cannabis harmlos und ungefährlich, warum? 

Ein cannabisabhängiger Mensch fällt in der Gesellschaft kaum auf. Er sitzt zu Hause in seiner Wohnung raucht einen Joint nach dem anderen und ist schließlich kaum noch motiviert die Wohnung zu verlassen. Wobei ein starker Alkoholiker von seiner Suchterkrankung gezeichnet ist und somit auch von Laien erkannt oder gerochen werden kann. Wir haben ein Bild im Kopf, wenn wir an alkoholkranke Menschen denken. Dieses Bild ist meist nicht positiv. Menschen die Cannabis konsumieren sind meistens unauffällige und "chillige" Typen.

Weniger "chillig" und überhaupt nicht unauffällig sind diese, wenn sie eine Psychose entwickeln. Doch das wird meist nicht in Verbindung gebracht. Alkohol wird heute für gefährlich gehalten, weil die Folgen bekannt sind und wir abschreckende Beispiele kennen. Sich maßlos zu besaufen ist nun nicht mehr cool. Viel "gesünder" und "cooler" ist es, mit den Freunden einen Joint zu rauchen. 

Besonders gefährlich an Cannabis ist, dass sie für harmlos gehalten wird. 


Da ich so viel über dieses Thema zu schreiben habe, kommt nächste Woche ein weiter Pflog mit dem Thema: "Cannabis ist ein Heilmittel!"